(zurück zur Übersicht) Mein Bloghaus (zurück zur Übersicht)

 

 
 

Eigentum verpflichtet!
Ein Wirtschafts-Mob will neue Regeln:
Wirtschaftskritiker sollen raus aus staatlichen Aufgaben!
Die Feinde unserer Verfassung sitzen oft in den Spitzen der Unternehmen.

Der Berliner Wirtschaftsclub, wohl scheinbar auch mit extremistischen Feinden unserer liberalen Verfassung besetzt, will die wichtigen politischen Aufgaben in Zukunft - quasi gegen das Grundgesetz unserer Republik (das eben solche Aufgaben zu recht nicht zwingend an irgendeine Berufsausbildung dafür bindet) möglichst schon ab jetzt an von ihnen mehr oder weniger allein definierte vage Fachidioten-Prinzipien oder einseitige monetäre Wachstumskriterien ohne soziale Rückkopplung binden.

Gewählte, von der Bevölkerung in Wahlen für kompetent erachtete BürgerInnen (unabhängig davon ob das nun immer auch zutrifft oder auch nicht; das ist nun einmal das Risiko von Demokratien) mit einer durchaus ebenso denkbar fehlenden Management-Ausbildung - dafür aber größerer Wirtschaftsferne und die u.U. eben manchmal genau daran geknüpfte Weitsicht und soziale Verantwortung - sollen als Steuerer und Kontrolleure staatlichen Handelns möglichst ganz aus ihren Funktionen verdrängt werden.

Warum schaltet sich da eigentlich nicht der Verfassungs"schutz" ein?

"Bisher werden diese wichtigen Führungsposten von politischen Beamten in Berlin von den örtlichen Parteivertretern ohne Rücksicht auf formale Qualifikationen vergeben." (Berliner Morgenpost 7.7.2026) Populisten unterstellen gerne "allen" Anderen völlige Inkompetenz, obwohl Kompetenzprüfungen in ihren eigenen Reihen kaum stattfinden.

Der rechtskonservative Mob und entsprechende Populisten reagieren bereits auf die Behauptung, bei aller oft sogar berechtigten Kritik an zahlreichem staatlichen Handeln, dass "alle" politisch besetzten Positionen vor allem in Berlin eher falsch besetzt seien, anstatt erst einmal umgekehrt die Frage nach der Kompetenz unserer oft falsch besetzten Wirtschaftspositionen im Vergleich dazu zu stellen, und haben auch sofort die schuldigen Parteien und politischen Gruppen für die von ihnen diagnostizierte Misere parat.

(Quelle: https://www.facebook.com/morgenpost/posts/der-wirtschaftsclub-vbki-fordert-von-den-wahlk%C3%A4mpfern-ein-klares-bekenntnis-zu-w/1475705881261907/)

Als hätten die häufig tatsächlich unqualifizierten finanziell gierigen egomanischen und asozialen ManagerInnen deutscher Großunternehmen, oder Erbprinzen und Erbprinzessinnen in den kleineren Familienunternehmen (ohne dabei anständige und vernünftige ManagerInnen generell zu verteufeln) bisher in ihren Unternehmen demokratisch kaum kontrolliert und ohne Bewusstsein für die notwendigen Veränderungen zur Verbesserung des Klimas und zur nachhaltigen sozial gerechten Gestaltung und unternehmerischen Erneuerung unserer Welt - nicht schon genug Unheil angerichtet, notwendige Innovationen verpennt und die Welt verschandelt.

(Quelle: Das Peter Prinzip https://karrierebibel.de/peter-prinzip/)

Es ist vielfach das Versagen der Wirtschaft selbst, das das Wachstum unseres Wohlstandes hemmt, und eigentlich reicht es doch für viele von uns aus, wenn das Wohlstandsniveau auf dem Level verharrt, auf dem es sich aktuell in der westlichen Welt befindet. Es sind doch die Armen dieser Welt, für die ein Wachstum von deren Lebensstandard so wichtig ist, und dafür sind auch bei uns kluges neues Management und keine Beischlaforgien unserer VIPs angesagt.

So schrieb das Handelsblatt am 13. Februar 2025: "'20 Jahre verschlafen'– Warum die Wirtschaft wirklich lahmt. Schuld an der Krise haben laut einer Analyse die Firmen selbst – mit aufgeblähten Zentralen, wuchernder Bürokratie und 'erschreckender Innovationsschwäche'".

Neue Selbstvergewisserung im Management, das Revirement tradierter Lösungen, eine neue Kontrolle unangemessener Mächte und eine umfassende Enthierarchisierung unserer Wirtschaft mit sogenannten "flachen" Hierarchien wären jetzt angesagt.

Inkompetenz statt Inkontinenz: Gutes Management ist käuflich, zumindest als Satire

Wollen wir in Deutschland tatsächlich auch eine rein wirtschaftliche "Deal-Diktatur" einführen - ohne politisch kontrollierte Prinzipien des Anstands, der friedlichen Entwicklung und des sozialen Wohlergehens wie in den USA - geführt von speziell dafür ausgebildeten Pleite-ManagerInnen wie Trump statt von ständig neu gewählten, demokratisch geprüften und verantwortlich dafür eingesetzten auch durchaus "normalen" BürgerInnen (auch ohne einschlägigem Jura-, Betriebswirtschafts- oder Volkswirtschafts-Studium, aber eben als BürgerInnen klug)? Warum vertrauen wir nicht mehr unseren alten wie jungen Angestellten, FacharbeiterInnen und IngenieurInnen auf den mittleren Stufen der sozialen Hierarchien?

Kontrolle staatlichen Handelns, das sollten wir schon von den Urvätern der antiken griechischen Demokratie gelernt haben, darf nicht an privilegierte Studiengänge und vorteilnehmende Managementeliten gebunden sein. Stattdessen sind Weisheit und Klugheit gefragt. Die Inkompetenz zahlreicher Deutscher ManagerInnen schreit doch zum Himmel! Auch sogenannte "einfache" Menschen müssen das Recht haben, soweit sie dafür geeignet und vor allem gewählt sind, die Rechte der BürgerInnen in den Verwaltungen zu vertreten und auch die wegweisende Richtschnur dafür festzulegen!!! Es sind doch oft gerade die zahlreichen einfachen ArbeitnehmerInnen, Angestellten oder auch FacharbeiterInnen, die ihr Management durch ihr Wissen erst zum Erfolg treiben mussten.

Die detailliertere Nacharbeit staatlicher Aufgaben - nach den politischen Vorgaben und Vorstellungen der BürgerInnen in der Demokratie - sollten dann natürlich auch möglichst nach wie vor hoch qualifizierte und gut ausgebildete, aber eben stets öffentlich kontrollierte und speziell dafür bezahlte Fachleute, Beamte und weibliche wie männliche Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltungen leisten. Und wenn die politisch Gewählten versagen, dann müssen sie ganz einfach von einer Mehrheit der Wähler abgestraft und abgewählt werden. So geht Rechtsstaat und Demokratie in der Gewaltenteilung! Aber lassen wir uns doch nicht selbst zu den Sklaven der Donald Ducks dieser Welt machen, die von Innovation faseln und diese meist faktisch durch ihre Eigenmacht verhindern, um sich an "ihren" jeweiligen Gesellschaften nur privat und persönlich zu bereichern.

 
    ,