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Mut zur Unvollständigkeit!
Das "nichtlineare dialogisch präsentative Fragment" oder
Wissenschaft als Fragenkiosk und IdeenladenLiebe junge Studentin, lieber junger Student,
liebe Schülerin, lieber Schüler, die Zeiten der "perfekten" Lösungen sind vorbei.Niemand weiß heute sicher, ob auf einen Angriff mit neuen und noch mehr Waffen ein Gegenangriff erfolgen muss, um den Frieden zu sichern, oder ob der Verzicht auf "alles" im "Konsum" - um den Planeten zu retten - uns nicht gleichzeitig zu nur noch oder besser zumeist schlecht gelaunten, ständig selbst an sich zweifelnden "Miesepetern" - ohne dynamische Zukunfts-Hoffnungen - macht. Wir wissen dass sich vieles ändern muss, und zwar nicht im Sinne der "Reformen" der mächtigen "Maskulinisten", Nationalisten, und Konservativen, die fast immer eher ein Rückschritt sind, aber Eure Fantasie und Tatkraft werden in der Zukunft in einer Weise beansprucht werden, die unsere bisherigen Vorstellungen noch übersteigt. Für mich persönlich liegt die Lösung weiterhin vor allem im Gespräch miteinander, für manch andere hingegen vor allem in der Demonstration von Macht und deren "Recht" und "Richtigkeit", und wiederum Dritte können sich eher nur noch einen universellen und umassenden "Verzicht" auf fast alles vorstellen was unseren aktuell definierten "Wohl"stand so ausmacht. Unstrittig ist aber letztendlich unter vernunftbegabten Menschen doch, dass Gerechtigkeit der Chancen nur durch soziale Gerechtigkeit zu erreichen ist.
Wir, die Altvorderen, die bald ganz abtreten müssen, haben an verschiedenen Stellen versagt. Wir können Euch nicht mehr die Sicherheiten geben und hinterlassen, die wir Privilegierten in den wenigen wohlhabenden westlichen parlamentarischen Demokratien und Pseudo-Rechtsstaaten in der Spanne des hinter uns liegenden Lebens zumeist intensiv genossen haben. Wir haben oft weder nach rechts noch nach links gesehen, weil wir der festen Überzeugung waren, dass wir unseren Wohlstand verdient hätten. Und von "oben" wurde schon gar nicht nach "unten" gesehen, obwohl auch im reichen Westen für ein zahlenmäßig starkes unteres Drittel der Alltag ein ständiger Kampftag für ein akzeptables Überleben war. Und die "zweite" und "dritte" Welt haben wir dabei sowieso immer schon nicht in unseren eigenen Horizont projiziert.
Unsere technischen und wissenschaftlichen Problemlösungsmodelle scheinen perfekter und "effektiver" zu sein als wohl jemals in der Geschichte zuvor, und doch stellen wir fest, dass wir ohne Fantasie, neue Flexibilität und neue Energie unseren Planeten wohl nicht mehr retten und eher ruinieren werden.
In Krisenzeiten braucht man Mut. Eigentlich brauchte man ihn auch schon vorher, aber Krisen waren immer schon ein Motor der Erneuerung des Denkens und des Suchens nach neuen Lösungen für neue Probleme.
Von jeher waren die Älteren davon überzeugt, dass ihr Wissen und ihr Handeln näher bei den besseren und richtigeren Lösungen liegt, und Jugend war ebenso immer schon mit dem gewissen Selbstzweifel behaftet, es nicht so ordentlich und präzise wie die Alten zu neuen perfekteren Lösungen zu bringen.
Nun ist das Amüsante dabei, dass "perfekt" eigentlich ein absolutes Adjektiv ist, und insofern ist seine komparative Steigerung als "perfekter" ein Widerspruch in sich selbst. Es gibt eigentlich nichts Perfekteres als das Perfekte. Alles scheint für Euch schon vorgedacht und erfunden zu sein. Innovationen sind in einer immer komplizierteren und vernetzten Welt, in der man, wenn man etwas ändern möchte so in die Details gehen muss, dass man sich darin verlieren kann, sehr schwer geworden, alles scheint irgendwie schon gewusst und entdeckt zu sein; und nun überholt uns Menschen auch noch die Künstliche Intelligenz.
Die KI brilliert mit klar strukturierten und fast alles berücksichtigenden Antworten auf unsere Fragen, und es könnte sein, wenn Ihr dies falsch versteht, dass Ihr Euch selbst angesichts der so außerordentlichen "Intelligenz" der KI in Zukunft immer kleiner und im Vergleich immer Unwissender fühlt.
Eine Methode aber, die bleibt Euch noch: Ihr könnt Euch in den Fragmenten, die für uns Menschen und unser Selbstbewußtsein dann übrig bleiben, ein wenig schlauer als die KI einrichten. Unsere Ingenieure und Wissenschaftler streben nämlich nach einer Hyperperfektion im Auftrag von mächtigen Politikern und noch mächtigeren Managern bei ihren datentechnischen Lösungen, die auf Dauer in der Welt von uns Menschen scheitern muss, solange sie nämlich nicht berücksichtigt, dass wir Menschen immer erst Fehler machen müssen um aus ihnen zu lernen. Und genau das haben wir vorerst der KI noch voraus. Die KI kann sich veränderten Bedingungen immer besser anpassen, aber es bleibt doch fraglich, ob sie ohne wirkliches menschliches Leben und menschliche Gefühle letztendlich für uns tatsächlich visionär nützlich sein kann. Bekanntermaßen fehlt der KI die Selbstreflektion der ihr vorgezeichneten Wege, aber sicher lassen sich auch dafür schon bald geeignete Algorithmen finden. Die aktuellen KI-Kommentare zur Welt hören sich oft schon jetzt so unfehlbar an, dass wir vergessen, dass wir unsere schlechtesten Eigenschaften, nämlich den Autoritäten wie die Schafe ihrem Schäfer zu folgen, in das hierarchische Denken der KI hineinkonstruiert haben. Die KI ist wie ein ungeliebter Primus inter pares, der in der Schule oft gehasst vorlaut in der ersten Reihe sitzt, und der wie die Unternehmen und Unternehmer, die die KI aktuell vermarkten, asozial und "individuell" als Erfolgs-System nur den eigenen Profit und den eigenen Aufstieg sucht, ohne wirklich in einer Gemeinschaft positiv rückgekoppelt zu sein. Dies aber wird genau Eure Aufgabe als Jugend der Welt sein, zu zeigen, dass so wie der lebenswerte unterhaltsame Humor aus dem Scheitern, und dann eben auch wieder nicht, erwächst, oder das gute Gespräch zwischen Menschen immer auch das liebevolle von Widersprüchen getragene Verständnis für unsere jeweiligen Fehler benötigt.
Schulen, Hochschulen und Wissenschaftsbetriebe sind immer noch in den Lehr- und Lernweisen, die sie vorgeben, relativ konservativ. Frühere Diplom- und heutige Bachelorarbeiten folgen auf der Basis zahlreicher Lehrbücher für deren erfolgreiche Verfassung Algorithmen wie die, die Informatiker heutzutage in ihre Systeme einbauen. Eine Autorin oder ein Autor, der am Ende seines Studium nur ein Produkt des Zweifels hinterlässt, die oder der gilt in den Augen der Prüfer oft eher als unreif und inkompetent. Wir sollen nach deren Meinung möglichst genau und exakt wissen, was wir wissen, damit wir die angestrebten "Zertifikate der Wissenden" bekommen. Man kann und sollte aber in der wissenschaftlichen Publikationsweise, in der man sein dann hoffentlich diverses aber auch kluges Nachdenken präsentiert, dennoch genau so flexibel sein, wie beim Aufstellen von wissenschaftlichen Hypothesen, die es dann im hehren Wissenschaftsbetrieb ja letztlich zu überprüfen, zu verifizieren und natürlich auch dialogisch zu verteidigen gilt.
Längst aber hat beispielsweise die Kunst. und eben nicht die Wissenschaft gezeigt, dass Inspiration keiner eng definierten Form bedarf, und dass die Auflösung der alten Konzepte durch neue Konzepte, und der alten Performances durch neue Performances, unsere Gesellschaft oft weiter bringt als ein zu schmales Korsett an wissenschaftlichen Methoden. Mit meiner damaligen Diplomarbeit, "Das Original ist nicht zu ersetzen!" (Die kompensierte Sinnlichkeit oder die Visualisierung der Wirklichkeit und der Wandel der sinnlichen Wahrnehmung im Alltag unter besonderer Berücksichtigung von Film - Video und Fernsehen im Netzwerk der Kabeltechnologie - eine kritische Anthologie als nichtlineares dialogisch präsentatives Fragment), die Ihr unter meinen veröffentlichten Texten hier nachlesen und auch herunterladen könnt, habe ich in den beginnenden 80er Jahren eine neue Präsentationsweise entwickelt; und inzwischen greifen auch immer mehr junge Menschen zu solch neuen Formen, um ihre Fragen und Probleme - eben ohne die geforderten "sofortigen" oft nur linear diskursiven Antworten und Lösungen - einfach erst einmal mutig genau wie differenziert aber eben zugleich auch durchaus widersprüchlich darzustellen.
Damals hatte ich noch keinen Computer mit dem ich - anders als heute - bei der Erstellung nachträglich korrigierend eingreifen konnte, und auch die Bilder wurden von mir in Puzzlearbeit per Klebstoff auf die Schreibmaschinenseiten montiert. Immerhin konnte man die Seiten aber schon damals - in Zeiten der Kopierer und des Faxes - schon abkopieren, so dass sie am Ende gebunden einen einigermaßen "adretten" Eindruck machten. Dies beweist allerdings nur, dass sich Gedanken auch mit dem einfachsten Handwerkzeug malen lassen, und wer glaubt heute noch dass die wissenschaftlichen Riesen, auf deren Schultern wir heute stehen dürfen, ihre wegweisenden Ideen vor allem handschriftlich niederlegen mussten.
Meist sind Bachelor- und Diplomarbeiten nur ein erster Schritt in Richtung auf ein spannendes individuell gewähltes späteres Ziel. Oft folgt dann schon bald aus der Analyse der beobachteten Phänomene (z.B. in einem späteren Forschungs- oder Entwicklungsprojekt bzw. einer Dissertation) der später erst zielführendere Gedanke und Weg zu einer Lösung neu definierter Probleme.
Nichtlinear bildhaft und dennoch dialogisch solltet Ihr selbstbewußt und klug die Fragmente in einen neuen wissenschaftlichen, oder auch wirtschaftlichen, technischen oder politischen Diskurs einbringen, die Euch zweifeln gemacht haben. Dieser Weg hat mich durch mein eigenes Leben getragen, und bei all dem Scheitern, die solch eine Existenz auf Dauer auch mit sich bringen kann, Ihr werdet merken dass es in Zukunft immer wichtiger wird, dass man auch in der Wissenschaft mehr bei sich bleibt als den Erwartungen Dritter zu entsprechen. Oft stellt sich erst nach Jahren heraus, dass ein mutiger neuer Weg in der Diversität der denkbaren Methoden durchaus auch seinen verdienten Platz hat. Selbst die KI hilft mir dabei die Struktur dieses "Anders" in der Zeit neu zu begreifen.
ChatGPT_Podcast
Strukturierter Originaltext von ChatGPD zu meiner Diplomarbeit aus den 80er Jahren: