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Glaubensbekenntnis eines
unerhörten Romantikers ...
Was wir zu Ostern brauchen sind keine Leichen
und Götter, die wieder auferstehen, sondern
Menschen, die lebendig, so wie sie sind, den
Mut haben selbst noch als "Untote" aufzustehen,
und die gibt es überall, in der Ukraine, in Russland,
in Israel, in den USA, in China, in der Türkei, in
Ungarn und selbst auch noch im völlig zerstörten
Gaza-Streifen; noch mehr aber brauchen wir uns
selbst, hier, im aktuellen Chaos von Meinungen
und Gefühlen, Romantiker ohne die Angst zu
scheitern.
Anläßlich einer Harzreise vor dem Hintergrund
des Geschenks einer solchen durch meine Frau
zu meinem 72ten, sollte uns das Glaubensbekenntnis
des größten (nicht Trump!) Romantikers aller Zeiten
inspirieren, der dies auf seiner Harzreise - sicher heute
noch aktuell und umfassend gültig - als eine Forderung
auf das Vertrauen auf "den" unseren "Geist" wie folgt
auf eine unnachahmliche Weise zusammenfasste:"Ach, mein Kindchen, schon als Knabe,
Als ich saß auf Mutters Schoß,
Glaubte ich an Gott den Vater,
Der da waltet gut und groß;Der die schöne Erd' erschaffen,
Und die schönen Menschen drauf,
Der den Sonnen, Monden, Sternen
Vorgezeichnet ihren Lauf.Als ich größer wurde, Kindchen,
Noch viel mehr begriff ich schon,
Ich begriff, und ward vernünftig,
Und ich glaub auch an den Sohn;
An den lieben Sohn, der liebend
Uns die Liebe offenbart,
Und zum Lohne, wie gebräuchlich,
Von dem Volk gekreuzigt ward.
Jetzo, da ich ausgewachsen,
Viel gelesen, viel gereist,
Schwillt mein Herz, und ganz von Herzen
Glaub ich an den Heil'gen Geist.
Dieser tat die größten Wunder,
Und viel größre tut er noch;
Er zerbrach die Zwingherrnburgen,
Und zerbrach des Knechtes Joch.Alte Todeswunden heilt er,
Und erneut das alte Recht:
Alle Menschen, gleichgeboren,
Sind ein adliges Geschlecht.Er verscheucht die bösen Nebel
Und das dunkle Hirngespinst,
Das uns Lieb' und Lust verleidet,
Tag und Nacht uns angegrinst.Tausend Ritter, wohlgewappnet,
Hat der Heil'ge Geist erwählt,
Seinen Willen zu erfüllen,
Und er hat sie mutbeseelt.
Ihre teuern Schwerter blitzen,
Ihre guten Banner wehn!
Ei, du möchtest wohl, mein Kindchen,
Solche stolze Ritter sehn?
Nun, so schau mich an, mein Kindchen,
Küsse mich und schaue dreist;
Denn ich selber bin ein solcher
Ritter von dem Heil'gen Geist.Heinrich Heine
Der Harz an der Bode ...