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"Political Falseness " -
Wokeness und das Ende
einer humorigen Welt

 

Wokeness ist der heutzutage am meisten beleidigte Begriff; denn er hat ursprünglich gar nichts mit dümmlicher reduzierter nur "bürgerlich" feministisch induzierter politischer Correctness und den entsprechenden Gender- und Zugehörigkeitssprachregelumgen zu tun:

"Woke ist die Vergangenheitsform des englischen Verbes to wake up und bedeutet 'aufgewacht'. Im Zusammenhang eines 'erwachten' Bewusstseins für mangelnde soziale Gerechtigkeit und Rassismus wurde es zunächst in der afroamerikanischen Bewegung ab den 1930er Jahren bekannt. Die Black Lives Matter Bewegung in den USA hat es ab 2014 wieder benutzt, mit 'stay woke' im Sinne von 'wachsam bleiben': eine Warnung vor Polizeiübergriffen oder als Aufruf, wählen zu gehen. Ebenso dient es der Aufforderung, sensibel zu sein und entschlossen gegen systembedingte Benachteiligungen vorzugehen." Quelle: https://www.fes.de/ wissen/gender-glossar/woke)

Wokeness ist also an sich gut und wertvoll. Die daraus erwachsene engstirnige Gedanken- und Sprachpolizei der politischen Correctness von männlichen wie weiblichen Sittenwächtern (Oft Menschen, die zudem auf ihren sozialen wie kulturellen Privilegien beharren) wirkt hingegen zumeist eher schädlich. Mamis und Papis im Bio-Rausch verpflichten dann ihre Kinder zu einer Sprache, die spätestens in der Schule für totale Verwirrung sorgt. All das ist längst bekannt und durchlitten. Hinzu kommen noch die weiblichen, oft auch männlichen pseudoästhetisierenden Influencertussen, die die Weiblichkeit meist verengen, und sogar mit männlichen sterilen Schönheitswahnvorstellungen belasten.

Sie alle überfrachten uns gemeinsam mit einer quasireligiösen "ewigen", wenn auch erst einmal neuen, Richtigkeit, die es so universell und universal niemals geben kann, weil letztere angesichts der Notwendigkeiten des Lebens immer wieder offen flexibel und jeweils "anders" erkämpft und erworben werden muss!

Sprache, Handeln und Gedanken müssen eben frei und offen bleiben, und dürfen nicht im Sinne einer "Correctness" be- und verengt werden, die sich in ihrer Konsequenz in Wirklichkeit als soziale Falseness entpuppt, weil sie insofern als "korrigierende" Über-Reaktion stattdessen das fördert, was sie das tatsächliche Leben verbrämend als zu bekämpfen vorgibt: nämlich die reaktionäre Ideologie des Verbietens, des nicht Fühlen- und Denken-Dürfens auf allen Ebenen, die sie selbst nur mit neuen Begriffen aber ähnlichen Methoden perpetuiert.

Auch der Humor ist dabei ins Gerede kommen. Nichts darf witzig sein, was witzig ist; dabei ist der komischste Humor doch derjenige, der keiner ist und doch unbedingt sein möchte. Man(n) muss deshalb auch weiterhin die Grenzen des Humors ausloten können und dürfen, selbst dann wenn er so geschmacklos und vulgär daherkommt, solange wir zur psychischen Entlastung eben noch darüber lachen können.

"Carl Friedrich Flögel schreibt zu Beginn seiner einflussreichen Geschichte der komischen Litteratur von 1784: »Das Gebiete des Komischen ist so weitläufig […]: die dahin gehörigen Wörter und Begriffe durchkreuzen sich auf eine verwirrte Art, die Bedeutungen, die man damit verbindet, sind oft gar widersprechend und der Analogie der Sprache nicht angemessen.« Was Flögel hier anspricht, stellt allgemein genommen zunächst ein Problem dar: Wer es versucht, wird scheitern, das Gebiet des Komischen in der Kunst seiner ganzen Vielseitigkeit nach zu überblicken. Nahezu unendlich ist es in seinem vollen Variationsreichtum, seinen Stoffen, Gehalten, Gestaltungsformen und Strategien, seiner beeindruckenden Anpassungsfähigkeit, und zwar vor allem dank der Eigenschaft, zum scherzenden und zugleich tiefgründigen Abbild politisch-sozialen Lebens zu erstarren, um als gedankenanregendes Faszinosum in der breiten Aufnahme wieder zu verflüssigen, sich unendlich aufzufächern in alle Facetten menschlichen Daseins und sogleich im allgemein nachvollziehbaren Ausdruck zur Prägnanz zusammenzuziehen, fürderhin in Interdependenz stehend zwischen eigenem Spieltrieb und allgemeinen Prozessen des Gesellschaftslebens, des Staatstreibens und den nur vermeintlich kleinlichen Privatzwecken des Einzelmenschen, was sich insgesamt – komisch aufgefasst und heiter gewendet – im geistigen Auge der Kunst konzentriert. Als vereinzelte, aber stark verdichtete Künstlererfahrung gelingt es dem komischen Werk in der Wahrnehmung anderer, sich zur verständigen Selbstanschauung des gesellschaftlichen Zusammenhangs der Menschen zu erheben und das Lachen zu einer subjektiv-geistigen Reaktion auf absolut-geistige Ausdrucksformen objektiv-geistiger Bewegungen, Ereignisse, Krisen und Widersprüche zu machen, zu einem individuellen Bild also für eine allgemeine Anschauung zu werden. Dieses Komische, so vielfältig auszugestalten, so vielfältig aufzufassen, ist und bleibt keine einheitlich zu bestimmende Gestaltungsweise, es ist ein heterogenes Spektrum von Einzelwerken, das mit Zuversicht wenigstens in Gattungen und ihre jeweiligen Arten und Unterarten eingeteilt werden kann." (Quelle: Niklas Hebing, Hegels Ästhetik des Komischen, Hamburg 2015)

Männerwitze

Charly Wagner 1

Charly Wagner 2

Charly Wagner 3

Charly Wagner 4

Das aller Komischste ist darüber hinaus "femininer" oder besser "feministischer" Humor, vor allem dann, wenn frau keinen mehr hat, und scheinbar auch keinen mehr zumindest "so" haben kann oder will; und dennoch in der fatalen Konkurrenz des "Wer ist die oder der Komischste im Land?" medial heischend und konsequent vorteilnehmend dabei mitmischt. Dafür ist sich frau dann doch nicht zu schade, und drückt beischlafend beide Augen zu.

Femininer Karneval

Es war ein Mann, leider - denn eine Frau hätte mit den gleichen Gedanken und Argumenten bei Feministinnen und ihrem Gefolge wahrscheinlich mehr Wirkung erzeugt - der eindringlich darauf hingewiesen hat, dass es eine wirkliche Gleichberechtigung von Frau und Mann ohne eine grundlegende Revolution aller sozialer Verhältnisse nicht geben kann.

"Das weibliche Geschlecht in seiner Masse leidet in doppelter Beziehung:
einmal leidet es unter der sozialen und gesellschaftlichen Abhängigkeit von der Männerwelt – diese wird durch formale Gleichberechtigung vor den Gesetzen und in den Rechten zwar gemildert, aber nicht beseitigt –, und durch die ökonomische Abhängigkeit, in der sich die Frauen im allgemeinen und die proletarischen Frauen im besonderen, gleich der proletarischen Männerwelt befinden.
Daraus ergibt sich, daß alle Frauen ohne Unterschied ihrer sozialen Stellung, als ein durch unsere Kulturentwicklung von der Männerwelt beherrschtes und benachteiligtes Geschlecht, das Interesse haben, diesen Zustand soweit als möglich zu beseitigen durch Änderungen in den Gesetzen und Einrichtungen der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung.
Die enorme Mehrheit der Frauen ist aber auch aufs lebhafteste dabei interessiert, die bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung von Grund aus umzugestalten, um sowohl die Lohnsklaverei, unter der das weibliche Proletariat am meisten schmachtet, wie die Geschlechtssklaverei, die mit unseren Eigentums- und Erwerbszuständen aufs innigste verknüpft ist, zu beseitigen.
Die in der bürgerlichen Frauenbewegung stehenden Frauen begreifen die Notwendigkeit einer solchen radikalen Umgestaltung nicht. Beeinflußt von ihrer bevorzugteren Stellung, sehen sie in der weitergehenden proletarischen Frauenbewegung gefährliche und nicht zu billigende Bestrebungen, die sie zu bekämpfen haben. Der Klassengegensatz, der zwischen der Kapitalisten- und Arbeiterklasse klafft und sich bei der Zuspitzung unserer Verhältnisse immer schroffer entwickelt, ist also auch innerhalb der Frauenbewegung vorhanden."

(Quelle: August Bebel, https://www.projekt-gutenberg.org/bebel/frausoz/frau0041.html)

Dies sei deshalb den bürgerlichen Mitmacherinnen und Nutznießerinnen aus "gleichberechtigten" Privilegierungswelten ins Stammbuch geschrieben, ob dies nun mächtige Managerinnen, Unternehmerinnen oder auch nur sich individuell extrem bereichernde "feminine" VIPs in Sport, Politik, Kultur, Medien und der sonstigen Gesellschaft sind.

Sogar medial tätige weibliche "Vorbilder" wie die Verona Pooths, Katarina Witts, Heidi Klums oder Barbara Schönebergers dieser Welt, um nur einige wenige medienvermittelte desaströse Beispiele zu nennen, sollten eigentlich wissen, dass die finanzielle Aufmerksamkeits-Gier eben kein nur männliches Privileg der Dummheit ist, sondern dass sie sich auf dem gleichen Level und in der gleichen nicht woken Liga männlicher Ignoranz und des Missbrauchs von Geld, Geist und Seelen von uns allen (eben "nicht") "bewegen", so wie der Krankenversicherer Jauch oder der hörgeschädigte Gottschalk. Unsere eben auch "femininen" VIPs sind durchgängig so lächerlich, wie unsere adligen Upperclass-Damen, First Ladies oder sonstige soziale Beischlafshelferinnen. Anstand passt letztlich aber leider auch nur genau so wenig wie unangemessener Wohlstand in eine Urne, dies auch an die Adresse von uns Hyperkritischen, und kann nur individuell "woke" erworben und durch wirklichen Gemeinsinn sofort und vor Ort erhalten werden.

Political Hypocrisy (Aufsatz als .pdf downloadbar)

Wir sollten uns schließlich historisch auch der Groteske bewußt werden, dass der wahrscheinlich größte Verbrecher der Weltgeschichte, der am Ende seiner eigenen systematisch vorab beschriebenen und konsequent ideologisch entwickelten fatalen "deutschen" Correctness durch Selbstmord erlag, in Auftreten und Verhalten "urkomisch" und deshalb auch geradezu "lächerlich" war.

Die Komik des "Führers"

Es haben diese "kranken" Peinlichkeiten im Vorhinein der Tragödie Nazi-Diktatur nur viel zu wenige seiner MittäterInnen - aber auch bürgerlich neutralere UnterstützerInnen bzw. SympatisantInnen bis hin zu manchmal sogar potentiellen Opfern - erst nicht, und dann auch erst viel zu spät bemerkt bzw. erkannt, um ihren "Führer" mit dessen wohl unheilbar geisteskranker Art eher wohl nicht unterstützt bzw. gewählt zu haben; und ihn stattdessen besser nur einfach schlicht "ver"lacht oder gar "ver"höhnt hätten.

Das aber sagt sich im Nachhinein allzu leicht, weil wir naseweisen Nachgeborenen eben nicht in den Schuhen unserer VorgängerInnen durch die Welt gelaufen sind.

Komische Führer mit grinsenden dümmlichen Gesichtern kriechen aktuell aus allen Löchern. Die Trumps und Kim Jong-Uns merken wahrscheinlich gar nicht, wie sehr sie auch in Gestik und Mimik zum Fremdschämen sind. Gestandenere, ebenfalls "gewählte" Diktatoren wie Putin, Erdogan oder Xi Jinping legen da schon gerissener ein weniger durchsichtiges undurchschaubares Pokerface auf. Und Netanjahu schließlich übt sich aktuell in einem bedeutsamen Grinsen, wenn er seine strategischen niederen Völkermordintentionen in Pressekonferenzen jovial offenlegt, und sich dabei der Zustimmung des machodebilen amerikanischen Präsidenten vollkommen sicher weiß.

Allzu dümmlich kommen heute auch wieder alle modernen meist allzu lächerlichen Quasireligionen und Ideologeme daher, und schon wieder merken viele unter uns in den aktuellen Aufgeregtheiten der Welt die durchaus alberne Fake-Qualität solcher Tragikomiken ebenfalls nicht!

Wokeness macht uns "Normalos" alle irgendwie stumm und stutzig, und Nuhr hat sicher insofern recht, als er außerhalb seiner zynischen Auftritte seine eigenen Bedenken demonstriert, ob nicht Wokeness als subtile wortgewandte Verachtung von Ängsten ansonsten durchaus auch ernst zu nehmender anderer Menschen die Hysterie um das Aufkommen der neuen extremen gewaltbereiten Rechten fördert, und diese insofern sogar aufwertet und als Märtyer des Benennens von Problemen trotz unvernünftiger Lösungen fälschlicherweise stabilisiert. Auch ich stochere im Nebel von Antworten darauf, die es eigentlich geben müsste, und welche doch wohl gar nicht einfach zu finden sind.

Dieter Nuhr über Wokeness, Debattenkultur und den Erfolg der AfD

Konsequentes Lernen und folgerichtiges Handeln aus erlebten oder medial vermittelten Dramen scheinen eben des Menschen Sache irgendwie und irgendwarum an sich doch wohl so nicht zu sein.

Auch irgendwo komisch!

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     
 


 

 
     
     
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