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Die "armen" Alten vs.
"reiche" Junge ...
Meine "alten" AltersgenossInnen in Deutschland haben weitaus häufiger als alle anderen Altersgruppen PolitikerInnen und Parteien gewählt, die viel mehr Geld für Militär und Rüstung (sogenannte Kriegstüchtigkeit) ausgeben wollen, die die Reichen zudem noch reicher machen, Pensionäre mit unangemessen hohen Einkünften sowie ebensolche Selbständige nicht zur Finanzierung sozialer Aufgaben heranziehen wollen, und darüber hinaus ausländische Arbeitskräfte, die wir gerade auch für "einfache Arbeiten" dringend brauchen, als Flüchtlinge vor Notlagen aus dem Land heraus halten wollen. Dies ist angesichts von Altersarmut im unteren Drittel der Gruppe von Seniorinnen und Senioren, den für viele alte Menschen unbezahlbaren Altersheimen, dem steten Rückbau in Qualität und Umfang in der Pflege und den schon in wenigen Jahren vorerst zu erwartenden Finanzierungslücken in Renten- und Pflegeversicherung geradezu grotesk. Warum sind alte Menschen häufig so ignorant gegenüber ihrer eigenen sozialen Situation bzw. ihren persönlichen Interessen, und wählen oft auf der Basis von Themen, die sie eigentlich individuell gar nicht direkt betreffen?
Man bekommt eben leider genau das, was man anstrebt; und wenn jetzt für die Alten das Geld fehlt, dann habe ich insofern keinerlei Mitleid, solange nicht auch alte Menschen lernen sich für ihre eigenen und spezifischen Interessen einzusetzen. "Das größte Leid ist das, was sich ein Mensch selbst antut" (von Manès Sperber)Das Streben nach sozialer Gerechtigkeit und der Kampf für ein freies Wort in dieser Richtung wurde parallel dazu schon sehr schnell von einem "vergöttlichten Ideal" durch die tatsächliche Entwicklung von Sozialismus und Kommunismus in den Händen individueller sozialer Aufsteiger und der sie absichernden elitären Cliquen und Parteien in Misskredit gebracht.
(Bildquelle: Huldigung der Freiheit https://www.wikiwand.com/de/articles/Sozialistengesetz)Aus "guten" Menschen, die es als solche ja gar nicht geben kann, wurden "Gutmenschen", die sich über ihre Mitmenschen als "Auserwählte" erhoben; ein schleichender Prozess, der bis heute angehalten hat, und aktuell wieder mit "politischer Correctness" weniger gebildete und manchmal auch oft nur naive Menschen als Parias der Dummheit diskreditiert.
Im Extrem wurden darüber hinaus vor allem in den alten "kommunistischen" Ländern daraus sozial abgesonderte Machthaber mit ererbten Reichtümern und Macht-Privilegien, die mit Mauern umzäunt in ihren Ghettos leben, und sich dann sogar nicht einmal schämen ihre kriegerischen Ambitionen zur Absicherung ihrer selbst und ihrer Familien als "antikapitalistischen" "antiimperialistischen" Kampf zu verbrämen und wie Putin sogar von "antifaschistischen" Operationen zu reden. Eine Steilvorlage war das historische Drama des Scheiterns von Sozialismus und Kommunismus insofern für all diejenigen, die sich (nach wie vor dadurch im Nachhinein pseudolegitimiert) ebenso dreist im reicheren Westen - ursprünglich historisch beginnend mit Stammeshäuptlingen, Priestern, Adligen, Unternehmern privat bereicherten - und sich nun auch noch ergänzend in einer neuen VIP-Schicht in Sport, Kultur, Medien, Politik und technisierter Gesellschaft von den "Normalen" erfolgreich abgrenzen konnten. Mit Putin und Xi Jinping im Rücken lässt sich der Mißbrauch der stets wachsenden Produktivität ihrer "gemeinen" untergeordneten Gesellschaftsmitglieder im Westen als das eben scheinbar notwendige, "demokratische" und eben nur "geringere Übel" verbergen und verleugnen, obwohl sich die wohlhabenden und mächtigen Eliten auch bei uns das öffentlich und gemeinsam erwirtschaftete Vermögen clandestin über Jahrhunderte bereits ergaunert haben, und längst ebenso schon weit früher in eigene unerreichbare Parallelwelten abgedriftet sind.
Wie konnte also aus ursprünglich so viel historischem "old school" Gerechtigkeitssinn, kritischem Wagemut und ehrlichem Widerstandsgeist nach fast zwei Jahrhunderten eine solchermaßen pervertierte Religion - beispielsweise zur Rechtfertigung von Oligarchien - werden?
Die Antwort ist eigentlich relativ einfach: Jede Ideologie kann wie jede Religion so wie jeder einzelne Mensch durch die historisch sukzessive Verschiebung von Interessenlagen verkommen oder auch einfach nur "altern" und an Demenz und Altersstarrsinn erkranken. Die Verschiebung von Interessenlagen von ehemaligen Opfern zu späteren Tätern, bleibt ein wohl ewiges Rätsel der menschlichen Natur, weil wir scheinbar doch nicht durch das Schicksal (was immer es auch zu bedeuten oder zu begründen mag) ohne intensives soziales Lernen und klug antizipierend altruistisches Träumen zu Menschlichkeit, Gemeinsinn und dem Mut zu konstruktiv vernünftiger Änderung gentechnisch gebaut wurden. Dabei wissen wir doch eigentlich auch dass wir das, was wir anderen Menschen nehmen, selbst nicht mit in die "Nachwelt" und unser physisches Grab mitnehmen können. Jeder weiß letztendlich immer nur für sich allein, ob seine zeitweilige Existenz ein kleiner Beitrag zum Gelingen des Projekts "Menschheit" sein konnte. Das macht die Objektivierung des Guten und Schlechten eben so schwierig, und eine Gesamtbeurteilung unterliegt insofern wohl letztendlich nur einer demokratisch freien Überprüfung in einer sozialen Gesamtrechnung, die uns jeweils einzeln aber leider niemals transparent sein kann und wird. Das Recht mag zumindest politisch kodifizierbar sein, Gerechtigkeit aber eben nicht. So wird letztere einfach nur in das faktische juristische Recht uminterpretiert, obwohl dieses gerade auch in den wohlhabenden westlichen Gesellschaften den status quo durch rigide "Eigentums"rechte immer wieder aufs neue perpetuiert.
Wie "edel" waren dann eben doch die Vorkämpfer demokratischer und "gerechterer" Gesellschaften und wie "heldenhaft" ihre Kämpfe und Choräle:
(Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/The_Red_Flag)
Der Red Flag Song in historischer Version zum eigenen mitsingen oder anhören
Wie wenig aber hat uns dennoch heute noch die Kultur der alten idealistisch gesonnenen "Sozialisten" und "Kommunisten" tatsächlich zu sagen; dabei altert das generelle Pardigma von "Freiheit in, mit und durch soziale Gleichheit" doch eigentlich nicht; es kommt inzwischen nur so unehrlich und bigott daher, wie die statischen Kirchen und Religionen.
Nur eine kluge neue Jugend mag durch stete Veränderung dieses "Natur"gesetz der immer wiederkehrenden Rückschläge im Wachsen des Humanen periodenweise zu durchbrechen. Lernen wir Alten also deshalb endlich wieder mit den Jungen zu reden, uns gegenseitig kreativ zu erklären, und ihnen, den Jungen, dabei jeweils auch wirklich zuzuhören!
Die "rote Fahne" der Jugend ist sogar auch ihr Recht, nicht nur unsere old-school-Wirklichkeit sondern sogar unsere old-school-Träume abzulehnen, und vor allem sich selbst, aber dabei auch uns alle gemeinsam "neu zu erfinden".
Red Flag Song der Jugend neu interpretiert zum Mitsingen oder Mithören
Die Fahne der Jugend weht manchmal rot, aber auf jeden Fall immer "anders".
sorgen wir "Alten" gemeinsam mit jungen Menschen dafür,
dass sie nicht wieder "schwarzbraun" wird oder bleibt!Sieh an! ... und jetzt plötzlich, zumindest die "reicheren" Rentner
und Pensionäre scheinen doch noch wach zu werden,
weil es an ihren "Geldbeutel" gehen soll,
dabei ist es längst an der Zeit, über Umverteilung nachzudenken;
aber dann auch wirklich von "oben" nach "unten"."Boomer-Soli": Das ist Rentenraub à la Robin Hood!
Diskussion über DIW-Vorschlag: Ein "Boomer-Soli" für die Rentenkasse?
"Boomer-Soli": Von Rentnern für Rentner